Buchtipp: Edition soziologie heute

Bernhard J. Hofer
Kommunikation mit allen Sinnen. Band 1: Unsere fünf Sinne & Das 1 x 1 der Körpersprache.
Amazon Kindle Publishing, Taschenbuch, Februar 2021, 128 Seiten, ISBN 9798706312305, Euro 15,75

Kommunikation ist mehr als ein bloßes Gespräch mit dem Gegenüber, das sich auf Gesagtes und Gehörtes bezieht. Kommunikation ist ein Prozess, der unser volles Potenzial fordert. Ein Potenzial, das all unsere Sinne miteinbezieht. Im vorliegenden Band geht es deshalb um unsere fünf Sinne und um die nonverbale Kommunikation, die Sprache unseres Körpers.

Das Buch erscheint in der Edition soziologie heute, benannt nach dem gleichnamigen seit 2008 erscheinenden soziologischen Fachmagazin. So versteht es sich fast von selbst, dass – im Gegensatz zu thematisch ähnlichen Werken – vermehrt auch soziologische Aspekte einfließen.„Kommunikation mit allen Sinnen“ ist ein Kompendium, ein kurz gefasstes und übersichtliches Lehrbuch, das Ihnen die Welt der zwischenmenschlichen Kommunikation in leicht verständlicher Sprache näherbringen will. Darüber hinaus ist es eine unverzichtbare Lektüre für alle jene, die beruflich mit Geschäftspartnern, Mitarbeitern, Kunden oder Klienten zu tun haben.

Bernhard J. Hofer studierte Soziologie, Sozialwirtschaft und Theologie und ist geschäftsführender Gesellschafter der Public Opinion Marketing- und Kommunikationsberatungs-GmbH sowie Mitherausgeber des Fachmagazins soziologie heute. Die Schwerpunkte seiner zahlreichen Studien und Forschungen liegen in den Bereichen Sicherheit, zivilgesellschaftlichem Engagement und Religion. Seine langjährige Erfahrung als Trainer, Coach, Universitätslektor und Vortragender bei Unternehmen und Organisationen bringt er zurzeit auch in die Akademie für Bildung+Innovation (ABI) ein.

Spendenmarktreport 2020 erschienen

Der vorliegende Bericht (Basisteil) präsentiert Ihnen die Ergebnisse der aktuellen repräsentativen Bevölkerungsbefragung 2020 zum Spendenmarkt in Österreich.
Seit 1996 führt das Public Opinion Institut für Sozialforschung Linz in regelmäßigen Abständen repräsentative österreichweite Bevölkerungsbefragungen zur Thematik „Spenden“ durch. Damit verfügen wir über die wohl größte Datenbank zum Spendenverhalten und den jeweiligen Stimmungsbildern der Österreicher/innen. Die Fragestellungen blieben über die Jahre hinweg zum Großteil unverändert, sodass es den Organisationen möglich ist, eigene Entwicklungen über einen längeren Zeitraum hinweg nachzuverfolgen. Kleinere Adaptierungen/Ergänzungen bei den jeweiligen Fragebögen stellen zudem sicher, dass auch aktuellen Gegebenheiten Rechnung getragen wird.
Nach dem Rekordergebnis im Jahr 2019 stand vor allem die Frage im Raum, wie sich die Corona-Krise auf die Spendenbereitschaft der Österreicher/innen ausgewirkt hat. Die aktuellen Zahlen bieten ein durchaus erfreuliches Bild. Der Anteil der Spender erreichte mit rund 71 Prozent annähernd das Vorjahresniveau (~73 %). Die durchschnittliche Spendenhöhe beträgt € 114,–/Spender.

Die vorliegende Spendenmarkt-Untersuchung trägt dazu bei, den spendensammelnden Organisationen ein aktuelles Bild über den Spendenmarkt Österreich zu vermitteln und diese bei Ihrer wertvollen Arbeit zu unterstützen.

Die Studie ist kostenpflichtig unter kann bei Public Opinion bestellt werden.

soziologie heute Dezemberausgabe 2020

erscheint in der zweiten Dezemberwoche 2020

Werte Leserin, werter Leser,
unser Titelbild für die Dezemberausgabe haben wir dieses Mal sehr bewusst gewählt: einerseits wird zur Weihnachtszeit an vielen Orten das Friedenslicht verteilt und mahnt uns, die damit verbundene Friedensbotschaft im persönlichen Umfeld weiterzugeben und auch zu leben, andererseits ist die Sehnsucht nach Licht gerade in diesen dunklen Corona-Zeiten auch so etwas wie der Ausdruck der Hoffnung – einer Hoffnung auf einen gemeinsamen Weg zur Bewältigung dieser Krise.
Für so manche aktuelle Konflikte finden wir Analysen bei soziologischen Klassikern. Horst J. Helle lässt dieses Mal Peter L. Berger zum Thema Rassenfrage, Homosexualität und Todesstrafe zu Wort kommen – Themen, die dzt. vor allem die Gesellschaft in den Vereinigten Staaten spalten. Ergänzend dazu berichtet Antje Karbe von einer politikwissenschaftlichen Studie der Universität Tübingen, wo es um Alltagsrassismus geht, der gerade Geflüchteten das Leben besonders erschwert.
Claudia Pass befasst sich in ihrem Beitrag mit der Digitalisierung und ihren Auswirkungen auf unser Gesundheitssystem und stellt die Frage, wie viele dieser technologischen Innovationen rechtlich und ethisch vertretbar sind. Der Arbeits- und Organisationspsychologe Christoph Augner widmet sich dem Thema Homeoffice und hinterfragt, ob es vielleicht langsam an der Zeit ist, Bürogebäude unter Artenschutz zu stellen.
Weihnachten ist auch die Zeit des Backens von Süßigkeiten. Deshalb machte sich Volker Wackerfuß auf, besuchte einen Spezialisten. Er beleuchtet in seinem Beitrag die Geschichte der Konditorei und führte ein Interview mit Konditormeister Karl-Heinz Eisenman.
Der Pflegealltag ist nicht zuletzt aufgrund der Corona-Krise in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Konrad Hofer stellt die besonderen Herausforderungen des Pflegealltags für Pflegekräfte dar und weist auf Faktoren hin, die zu einer Attraktivierung dieses systemrelevanten Berufsfeldes beitragen könnten.
Gemeinsam mit Wilhelm von Ockham gilt Johannes Duns Scotus als Urheber der nominalistischen Revolution. Die nächsten Jahrhunderte wird dieser Nominalismus die Philosophie maßgebend mitprägen – so Alfred Rammer in seinem Beitrag.
Für den Münchner Regisseur Klaus Lemke ist der Film eine Dienstleistung, wo der Staat tunlichst seine schmutzigen Finger raushalten soll. Fasziniert vom Lebensweg und -werk dieses „Rebellen“ interviewte Frank Wolfram Wagner dieses „Traditionsunternehmen“.
Daneben finden Sie auch wieder viele weitere erbauliche Beiträge und natürlich – als kleine Herausforderung für die Feiertage unser soziologie heute-Kreuzworträtsel.
Die Redaktion wünscht Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und freut sich schon darauf, Sie im Neuen Jahr mit weiteren, spannenden Beiträgen überraschen zu dürfen.
Bleiben Sie gesund!

Großzügigkeit der Österreicher trotz Corona groß

Sowohl Spendenbeteiligung als auch Durchschnittsspende erreichen Höchststand, Weihnachtsspenden entscheiden wie das Spendenjahr ausgeht.

Spendenbericht 2020 des Fundraising Verbandes

Wien, 24.11.2020. Heute Vormittag präsentierte der Fundraising Verband Austria – Dachverband der Spendenorganisationen – den Spendenbericht 2020 mit einer Prognose für das diesjährige Spendenaufkommen. Viele NPOs sind durch die Ausfälle der Charity Events und Spendensammlungen von Rückgängen betroffen. Dennoch wird das Aufkommen insgesamt erstmals die Marke von 750 Mio. Euro erreichen. 6,5 Mio. Menschen oder 73% der Bevölkerung beteiligen sich aktiv am Spenden. Erstmals geben Frauen mehr als Männer. Im Bundeslandvergleich sind die Westösterreicher führend bei der Spendenhöhe, Niederösterreich und das Burgenland haben den höchsten Anteil an Spendern. Vier von fünf gespendeten Euros werden durch das Österreichische Spendengütesiegel geprüft – damit ist Österreich eines der sichersten Spendenländer.

Bericht Ö1-Mittagsjournal:

Mit einem Spendenplus von 40 Mio. Euro im Vorjahr wurden die Erwartungen deutlich übertroffen. 725 Mio. Euro gaben die Österreicher 2019 für den guten Zweck – so viel wie noch nie. Trotz Corona-Pandemie und massiver Einschränkungen des öffentlichen Lebens wächst die Großzügigkeit der Menschen weiter. 2020 wird sich mit voraussichtlich 750 Mio. Euro ein neuer Spendenrekord einstellen. 

„In der Krise hat die österreichische Bevölkerung nicht nur große Disziplin bewiesen, sondern auch neue Maßstäbe der Solidarität gesetzt. Ein stark gestiegenes Freiwilligenengagement, wie zum Beispiel in der Nachbarschaftshilfe, ist die eine Seite dieser Entwicklung, eine wachsende Spendenbeteiligung ist die andere. Österreichs Spendenorganisationen sagen dafür von ganzem Herzen Danke!“, zeigt sich Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verband Austria, beeindruckt.

Der Lockdown im Frühjahr hat das Österreichische Spendenwesen kurzzeitig gänzlich zum Erliegen gebracht. Doch die Österreicher haben mit großer Flexibilität reagiert und verstärkt über Online-Kanäle gespendet. Von März bis September zeigte sich ein Zuwachs an Online-Spenden um 59%. „Wehrmutstropfen bleibt, dass viele Organisationen, deren Fokus auf Charity Events und Bargeldsammlungen liegt, heuer starke Einbußen verkraften müssen.“, so Lutschinger. Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich die Spendenaufrufe rund um die Weihnachtszeit auswirken werden. Diese machen in der Regel 25 bis 30% des gesamten Aufkommens aus.

Meiste Spender in Niederösterreich und Burgenland

Spitzenreiter unter den Bundesländern bei der Beteiligung am Spenden sind dieses Jahr Niederösterreich und das Burgenland mit 79%. Am großzügigsten sind aber neuerlich die Salzburger, Tiroler und Vorarlberger. Mit 146 Euro ist die durchschnittliche Spende hier besonders hoch und liegt klar über dem bundesweiten Schnitt von 124 Euro. Das Burgenland und Niederösterreich liegen mit 144 Euro ebenso deutlich über dem Durchschnitt, während Oberösterreich mit 119 Euro und Wien mit 110 Euro pro Spender darunter liegen. Den bundesweit letzten Platz nehmen die Steiermark und Kärnten ein – sowohl bei der Spendenhöhe (95 Euro) als auch bei der Beteiligung (65%).

„Bei den Spendenzielen, die den Österreicherinnen und Österreichern am meisten am Herzen liegen, nehmen heuer erstmals Tiere mit 33% Zustimmung den ersten Platz ein, gefolgt vom langjährigen Spitzenreiter Kinder und der Katastrophenhilfe im Inland.“, erklärt Bernhard Hofer, Geschäftsführer des Sozialforschungsinstituts Public Opinion. Auch beim Geschlechterverhältnis gibt es eine Veränderung: Frauen weisen erstmals eine höhere Durchschnittsspende als Männer auf. Unverändert bleibt hingegen der Erlagschein das beliebteste Mittel für die Geldspenden der Österreicher. 

Jährlich 70 Millionen Euro von gemeinnützigen Stiftungen

Österreich zählt derzeit 745 gemeinnützige Stiftungen. Die meisten davon fördern die Arbeit gemeinnütziger Vereine. Einige führen aber auch eigene Projekte oder Programme durch und betreiben selbst soziale Einrichtungen, wie Krankenhäuser, oder wissenschaftliche Forschung. Pro Jahr unterstützen sie das Gemeinwohl mit 70 Mio. Euro, unter anderem für die Bekämpfung von COVID-19. Der Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) fördert 24 Projekte der Wiener Universitäten und Forschungseinrichtungen mit je bis zu 50.000 Euro, um lebensrettende Forschung zu betreiben. Die Gemeinnützige Privatstiftung Philanthropie Österreich war federführend bei der in Kooperation mit der Kärntner Kulturstiftung und der Leopold Museum Privatstiftung gegründeten Initiative „Stiftungen helfen Künstler*innen“, die Kulturschaffenden in der Krise hilft.

Das im Stiftungssektor schlummernde Potential ist mit Blick auf Deutschland und die Schweiz dennoch groß, betont Ruth Williams, Generalsekretärin Verband für gemeinnütziges Stiften: „Seit der Gesetzesnovelle 2015 wurden rund 120 neue gemeinnützige Stiftungen und Fonds gegründet. Jetzt ist der Gesetzgeber gefordert, diesen positiven Trend fortzusetzen. Dringend notwendig sind die unbegrenzte Fortführung der Spendenabsetzbarkeit für gemeinnützige Stiftungen und die Abschaffung offensichtlicher Ungleichheiten: Bis heute sind etwa Ausschüttungen von Stiftungen für Bildungsprojekte im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit steuerbefreit, nicht jedoch Zuwendungen an österreichische Schulen.“

Forderung an Bundesregierung: Lücken bei der Absetzbarkeit schließen

225 Mio. Euro an Spenden wurden zuletzt steuerlich geltend gemacht. Damit wird jeder dritte Spendeneuro abgesetzt. Weiterhin nutzen rund 1 Mio. Österreicher die Absetzbarkeit. Nach wie vor gilt diese aber nur für bestimmte Bereiche. Neben Bildung ist auch ausgerechnet der Tierschutz, der beliebteste Spendenzweck der Österreicher, per Gesetz ausgeschlossen. „Seitens der Spendenorganisationen fordern wir die Bundesregierung auf, diese Lücke endlich zu schließen, damit der gemeinnützige Sektor hierzulande weiter seine Aufgaben erfüllen kann.“, so Günther Lutschinger. Von 750 Mio. Euro Gesamtspenden sind rund 94% oder 705 Mio. spendenbegünstigt. Rund 45 Mio. oder 6% verteilen sich auf nicht begünstigte Zwecke wie Tierschutz, Bildung oder Sport, deren Wachstum deutlich hinter den spendenbegünstigten Vereinen zurückbleibt. Rund 85 % aller abgesetzten Spenden liegen unter 200 Euro, nur 2% über 1.000 Euro. Damit ist Österreich kein Land der Großspender. Zwei Drittel aller Spenden werden bereits durch das Österreichische Spendengütesiegel streng geprüft. Das entspricht einem Spendenvolumen von über 450 Mio. Euro. 

1. Dezember ist#GivingTuesday

Millionen Menschen auf der ganzen Welt feiern am 1. Dezember gemeinsam das Geben – seit dem Vorjahr auch in Österreich. Unternehmen, Spendenorganisationen und Privatpersonen engagieren sich an diesem Tag mit kreativen Spendenaktionen, ehrenamtlichen Mitarbeiteraktivitäten sowie Geld- und Sachspenden. Jeder kann sich beteiligen und etwas Gutes tun. Bereits 2019 haben hierzulande über 150 NPOs und Unternehmen sowie zahllose Privatpersonen mitgemacht. Der Tag des Gebens steht unter dem Ehrenschutz von Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen. www.givingtuesday.at 

Rückfragehinweis:

Der Spendenbericht steht auf www.fundraising.at/services zum Download zur Verfügung. 

Dr. Andreas Anker, Presse Fundraising Verband Austria  M: 0676 421 47 06, E: presse@fundraising.at

Bezirk erprobt Evakuierungsregister

Digitale Datenbank als Unterstützung für Einsatzorganisationen

Die Einsatzorganisationen koordinieren ihre Kräfte (Foto: Public Opinion)

Am 16. Oktober 2020 fand auf Initiative des Sozialvereines in der Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg die Erprobung eines vom JOANNEUM RESEARCH und Projektpartnern entwickelten Evakuierungsregisters (EvaReg) statt. Mitarbeiter aus drei Gemeinden des Bezirkes übten die Dateneingabe. Anschließend probten die Einsatzorganisationen entsprechende Evakuierungsmaßnahmen.

Die Corona-Krise zeigt dzt. sehr eindrücklich, dass sich Ältere und Personen mit Vorerkrankungen als besonders vulnerabel erweisen und besonderer Beachtung bedürfen. Zieht man die in den letzten Jahren vermehrt auftretenden Katastrophen wie Hochwasser, Murenabgänge, Lawinen, Erdbeben, langanhaltende Stromausfälle und dergleichen in Betracht, stellt sich die Frage, wie hilfs- und pflegebedürftigen Personen in solchen Fällen am besten geholfen werden kann. Das nunmehr entwickelte Register ist dafür maßgeschneidert.

Beim Projekt EvaReg geht es um die Erstellung und Erprobung einer digitalen Datenbank. Es handelt sich dabei um ein Register, das es möglich macht, hilfsbedürftige Personen in Privathaushalten im Katastrophenfall zu evakuieren. Die Idee ist, dass ein derartiges System in Kooperation von Bund, Länder und Gemeinden mit den Einsatzorganisationen betrieben werden soll.

Damit Betroffene im Falle einer Katastrophe rasch in Sicherheit gebracht werden können, ist es für die Einsatzkräfte enorm hilfreich, wenn diese bereits im Vorfeld wissen, welche Art von Hilfe benötigt wird. Bei EvaReg werden die Daten zu hilfsbedürftigen Personen in ein sicheres und geschütztes Datenmanagementsystem eingegeben. Die entsprechenden Daten müssen freiwillig zur Verfügung gestellt werden und nur bestimmte Personen mit kontrollierter Berechtigung haben darauf Zugriff. Eine Eintragung in das Evakuierungsregister ist kostenlos und kann in Krisenfällen Leben retten.

„Das Evakuierungsregister stellt für die betroffenen Menschen und ihre Familien eine Sicherheit dar, in Augenblicken auf eine Hilfe zählen zu können, die man vielleicht aus dem persönlichen Umfeld nicht mobilisieren kann“, so Bezirkshauptmann Dr. Helmut-Theobald Müller. Ein Zugriff auf das Evakuierungsregister könnte in Hinkunft die Arbeit der Behörden und Einsatzkräfte deutlich verbessern. „Das Register ist datenschutzrechtlich bestens abgesichert und zwischen den Behörden und Einsatzkräften gut abgestimmt.“

Der Bürgermeister der Marktgemeinde Bad Schwanberg, Mag. Karl-Heinz Schuster, verweist darauf, dass Katastrophen manchmal schnell und unerwartet eintreten können. Er erinnert sich an eine Sturmkatastrophe vor einigen Jahren, wo wichtige Wege blockiert waren und bettlägerige bzw. von Krankheit betroffene Menschen evakuiert werden mussten. Pläne, wie man am besten helfen kann, seien deshalb enorm wichtig.

Auch Johanna Eberhardt vom Sozialverein Deutschlandsberg verweist auf die Wichtigkeit der Themen Katastrophe und Evakuierung. Bereits im Vorfeld sollte man sich deshalb Gedanken machen über eine allfällige persönliche Evakuierung oder die seines Umfeldes. „Damit es im Ernstfall dann auch funktioniert für die Bevölkerung, denn diese sollte noch immer das Wichtigste sein“, betont Eberhardt.

Kurzvideo vom Pilotversuch

Eine im November 2019 durchgeführte repräsentative Studie von Public Opinion zeigt auf, dass jede(r) zweite Österreicher(in) im Falle einer plötzlich auftretenden Katastrophe Hilfe benötigen würde. 39 Prozent wären auch bereit, sich auf alle Fälle in ein Evakuierungsregister eintragen zu lassen. Die im Pilotversuch gewonnenen Ergebnisse werden nun ausgewertet und anschließend dem Bund und Fördergeber übermittelt. Eines hat sich beim Pilotversuch schon gezeigt: alle Beteiligten sind von der Sinnhaftigkeit, Notwendigkeit und der einfachen, praktischen Handhabung überzeugt.

RANDSTAD EVALUIERUNG

Für die Randstad Austria GmbH – einer der weltweit drei führenden Personaldienstleister – führte Public Opinion das vierte Mal en suite eine Mitarbeiter- und Kundenevaluierung durch.

Insgesamt betrachtet spiegeln die Ergebnisse der Kundenbefragung in Folge ein sehr positives Bild wider. Die Zufriedenheitswerte liegen allesamt auf der vorgegebenen 10-stufigen Skala zwischen 6,88 und 9,27 (1= nicht zufrieden, 10 = zufrieden). Das Gesamtleistungsangebot wird mit 8,06 Punkten bewertet. Dass die Firma Randstad ein Qualitätszertifikat verdient betonen rund 88 Prozent der Befragten; ebensoviele befürworten eine Weiterempfehlung.

Die Zufriedenheitswerte der Mitarbeiterbefragung liegen allesamt auf der vorgegebenen 10-stufigen Skala zwischen 7,7 und 9,54 (1= nicht zufrieden, 10 = zufrieden). Die Gesamtzufriedenheit wird mit 8,56 bewertet. Rund 89 Prozent würden sich auch wieder bei der Firma Randstad bewerben bzw. diese Firma einem Freund weiter empfehlen.

Insgesamt betrachtet zeigt sich, dass der Firma RANDSTAD ihr hervorragender Ruf sowohl seitens der Kunden als auch der Mitarbeiter erneut bestätigt wird. Wir freuen uns mit unserem Auftraggeber.

 

soziologie heute Oktoberausgabe 2020

Werte Leserin, werter Leser,

der Herbst hat uns wieder und mit ihm vielleicht mehr Herausforderungen denn je. So mancher unter uns wird es schon leid sein, täglich mit neuen Corona-Informationen konfrontiert zu werden, doch das Virus hält nach wie vor unsere Gesellschaft in Atem und wird große Furchen auf dem Acker unseres Zusammenlebens hinterlassen. Wir wollen dennoch den Fokus auf so manch andere Phänomene richten, Phänomene, die im derzeitigen Corona-Wirbel untergehen, aber an Wichtigkeit keinesfalls hintanstehen.

In dieser Ausgabe finden Sie Beiträge von Horst J. Helle über den Soziologen David Riesman, der sich bereits 1970 mit der Frage befasste, ob die Gesellschaft der USA von Natur aus gewalttätig ist.

Dieter Senghaas befasst sich in seinem Beitrag mit der Deglobalisierung und sieht diese als ein überfälliges Erfordernis, das es mit Blick auf die gesamte Welt differenziert und kontrovers zu diskutieren gilt.

Es ist nicht nur die Corona-Krise, doch vielleicht gerade in dieser tritt eine postmoderne Spezies verstärkt in Erscheinung: der Blockwart. Bernhard Hofer versucht, in einem Gedankenspiel diese Spezies zu hinterfragen.

Der Zusammenhang von Lebensqualität und Natur steht im Fokus des Interviews von Anita Roitner und Alban Knecht mit der Forscherin Claudia Bieling.

In der zweiten Hälte des 20. Jahrhunderts setzte sich die Auffassung durch, dass eine erfolgreiche Verteidigung Österreichs einen umfassenden Sicherheitsansatz benötigt, der vom militärischen, zivilen, wirtschaftlichen und geistigen Bereich getragen werden soll. Erlebt die Geistige Landesverteidigung nun einen Relaunch? Gottfried Reiter begibt sich auf die Spur der Geistigen Landesverteidigung und stellt die Frage: Ist sie ein verstaubtes Relikt aus vergessener Zeit oder Chance für unsere Zukunft?

„Arbeiten auf Distanz“ ist das Gebot der Stunde. Theresa Arnold betrachtet in ihrem Beitrag die mit der Pandemie einhergehenden Veränderungen der Arbeitswelt wie die Trendentwicklung hin zu flexiblen, multilokalen Arbeitsplätzen, die Digitalisierung von Arbeitsprozessen, die Arbeitsgestaltung unter Physical Distancing oder das Führen virtueller Teams und zeigt die arbeitssoziologische Perspektive auf.

Wer war Imogen Seger? Die deutsch-amerikanische Soziologin und Journalistin hat Anfang der 1970er Jahre wohl am meisten dazu beigetragen, das Interesse der Öffentlichkeit auf die Soziologie zu lenken. Ihr Buch „Exakte Geheimnisse. Knaurs Buch der modernen Soziologie wurde in fünf Sprachen übersetzt und mehr als 100.000mal verkauft. 50 Jahre nach dem Erscheinen widmet Claudia Pass ihren Beitrag dieser „Vorreiterin von soziologie heute“.

Wie aus ehemaligen Soziologiestudenten ein großer Fernsehmoderator wird, das beschreibt Frank Wolfram Wagner in seinem Interview mit Winfried Trenkler.

Neben erbaulichen weiteren Beiträgen finden Sie auch dieses Mal wieder zu Ihrer „Entspannung“ ein kleines soziologie heute-Kreuzworträtsel. Wir wünschen wie immer ein gutes Gelingen und viel Freude beim Schmökern.

Ihre soziologie heute-Redaktion

Gebt Asylwerbern eine Chance!

Seit Jahren verfolgt Public Opinion das Schicksal vieler Asylwerber in Österreich, und es stimmt uns traurig, dass gerade vielen jungen Menschen die Chance genommen wird, sich in die Gesellschaft produktiv einzubringen. Aus einer win-win-Situation machen wir eine lose-lose-Situation.

Untenstehenden Auszug einer Stellungnahme der Diakoniedirektorin Maria Katharina Moser aus dem epd-Pressedienst möchten wir an dieser Stelle gerne präsentieren:

Maria Katharina Moser über den Wunsch, zu arbeiten

Es ist Sonntag. Wir haben coronabedingt im Freien Gottesdienst gefeiert, sitzen noch beisammen und genießen die Sonne. „Ich will endlich arbeiten“, sagt N. „Ich verliere meine besten Jahre.“ Als Asylwerberin hat sie keinen freien Zugang zum Arbeitsmarkt. M., der ebenfalls seit Jahren darauf wartet, dass sein Asylantrag entschieden wird, stimmt ihr zu: „Ich bin jung, ich habe Kraft. Aber das Warten macht mich müde und depressiv. Ich verliere meine Kraft. Ich will doch nur arbeiten. Warum darf ich nicht?“ „Weißt du“, sagt N., „wir wollen etwas zurückgeben für die Unterstützung, die wir bekommen. Wir Flüchtlinge haben ja auch Talente, wir können viel beitragen.“

Ich muss an das Gleichnis von den anvertrauten Talenten aus dem Matthäusevangelium denken: Ein Mann geht auf Reisen und vertraut seinen Knechten sein Vermögen an. Als er wieder zurückkommt, hat der erste Knecht zu den fünf Talenten Silber, die er anvertraut bekommen hat, weitere fünf dazu gewonnen, der zweite Knecht zu den anvertrauten zweien zwei weitere. Der dritte Knecht aber hat sein Talent vergraben aus Angst, es zu verlieren. Er zieht deshalb den Groll des Herrn auf sich. Denn für den Herrn ist nicht Sichern ausschlaggebend, sondern Vermehren. Da „Talent“ in der Antike eine Bezeichnung von Geldmengen war, wird das Gleichnis immer wieder ökonomisch verstanden: als Aufforderung zum risikobereiten Wirtschaften. Im übertragenen Sinn wird es verstanden als Aufforderung, sich nicht auf seinen Talenten und Begabungen auszuruhen. Etwas aus sich machen – das ist zum Anspruch geworden, dem sich heutzutage jede und jeder stellen muss.

Ich persönlich finde den Herrn nicht gerade sympathisch. Er wird als Mann beschrieben, vor dem man sich zurecht fürchten kann. Aber immerhin, denke ich mir: Er vertraut den Knechten die Talente an und traut ihnen zu, dass sie etwas daraus machen. Diese Chance wird N. und M. in den Jahren des Wartens auf ihren Asylbescheid verwehrt.

Der gestrige Weltflüchtlingstag ist eine gute Gelegenheit daran zu erinnern: Menschen auf der Flucht haben Fähigkeiten und Begabungen. Sie wollen etwas daraus machen. Sie wollen arbeiten. Nicht nur um Geld zu verdienen, sondern auch um etwas beizutragen. Um dem Land, das sie aufgenommen hat, etwas zurückzugeben. Geben wir ihnen die Chance dazu.

Quelle: https://evang.at/talente-einsetzen/?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=epd-Newsletter+Ausgabe+26