Gebt Asylwerbern eine Chance!

Seit Jahren verfolgt Public Opinion das Schicksal vieler Asylwerber in Österreich, und es stimmt uns traurig, dass gerade vielen jungen Menschen die Chance genommen wird, sich in die Gesellschaft produktiv einzubringen. Aus einer win-win-Situation machen wir eine lose-lose-Situation.

Untenstehenden Auszug einer Stellungnahme der Diakoniedirektorin Maria Katharina Moser aus dem epd-Pressedienst möchten wir an dieser Stelle gerne präsentieren:

Maria Katharina Moser über den Wunsch, zu arbeiten

Es ist Sonntag. Wir haben coronabedingt im Freien Gottesdienst gefeiert, sitzen noch beisammen und genießen die Sonne. „Ich will endlich arbeiten“, sagt N. „Ich verliere meine besten Jahre.“ Als Asylwerberin hat sie keinen freien Zugang zum Arbeitsmarkt. M., der ebenfalls seit Jahren darauf wartet, dass sein Asylantrag entschieden wird, stimmt ihr zu: „Ich bin jung, ich habe Kraft. Aber das Warten macht mich müde und depressiv. Ich verliere meine Kraft. Ich will doch nur arbeiten. Warum darf ich nicht?“ „Weißt du“, sagt N., „wir wollen etwas zurückgeben für die Unterstützung, die wir bekommen. Wir Flüchtlinge haben ja auch Talente, wir können viel beitragen.“

Ich muss an das Gleichnis von den anvertrauten Talenten aus dem Matthäusevangelium denken: Ein Mann geht auf Reisen und vertraut seinen Knechten sein Vermögen an. Als er wieder zurückkommt, hat der erste Knecht zu den fünf Talenten Silber, die er anvertraut bekommen hat, weitere fünf dazu gewonnen, der zweite Knecht zu den anvertrauten zweien zwei weitere. Der dritte Knecht aber hat sein Talent vergraben aus Angst, es zu verlieren. Er zieht deshalb den Groll des Herrn auf sich. Denn für den Herrn ist nicht Sichern ausschlaggebend, sondern Vermehren. Da „Talent“ in der Antike eine Bezeichnung von Geldmengen war, wird das Gleichnis immer wieder ökonomisch verstanden: als Aufforderung zum risikobereiten Wirtschaften. Im übertragenen Sinn wird es verstanden als Aufforderung, sich nicht auf seinen Talenten und Begabungen auszuruhen. Etwas aus sich machen – das ist zum Anspruch geworden, dem sich heutzutage jede und jeder stellen muss.

Ich persönlich finde den Herrn nicht gerade sympathisch. Er wird als Mann beschrieben, vor dem man sich zurecht fürchten kann. Aber immerhin, denke ich mir: Er vertraut den Knechten die Talente an und traut ihnen zu, dass sie etwas daraus machen. Diese Chance wird N. und M. in den Jahren des Wartens auf ihren Asylbescheid verwehrt.

Der gestrige Weltflüchtlingstag ist eine gute Gelegenheit daran zu erinnern: Menschen auf der Flucht haben Fähigkeiten und Begabungen. Sie wollen etwas daraus machen. Sie wollen arbeiten. Nicht nur um Geld zu verdienen, sondern auch um etwas beizutragen. Um dem Land, das sie aufgenommen hat, etwas zurückzugeben. Geben wir ihnen die Chance dazu.

Quelle: https://evang.at/talente-einsetzen/?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=epd-Newsletter+Ausgabe+26

NPOs von Corona-Krise stark getroffen

Die Corona-Krise trifft auf Fundraising angewiesene NPOs besonders hart. 80 Prozent der befragten Organisationen sind (eher) negativ von den Folgen der Corona-Krise betroffen. Es sind dies v. a. Organisationen, die in den Bereichen Kinder, Entwicklungshilfe und – tendenziell – im Tier-/ Natur-/Umweltschutz oder für spezielle gesellschaftliche Gruppen (Behinderte, sozial Benachteiligte, Flüchtlinge) tätig sind. Darüber hinaus sind auch die Kirchen durch die wochenlange Sperre von massiven Spendenverlusten getroffen.

Dies ist das Ergebnis einer vom Linzer Sozialforschungsinstitut Public Opinion vom 27. 5. bis 3. 6. durchgeführten Onlinebefragung bei 128 im Fundraising tätigen österreichischen NPOs. Die Ergebnisse sind zwar nicht repräsentativ, geben jedoch einen Einblick in so manche Problemlagen, in welcher sich der NPO-Sektor dzt. befindet.

Die Krise trifft die Organisationen direkt ins Herz. So sind es vor allem Projekte und das unverzichtbare Fundraising, welche unter der Corona-Krise leiden. Damit zusammenhängend zeigen sich auch Auswirkungen auf das Personal und die für die tägliche NPO-Arbeit notwendige Kommunikation. Für rund ein Fünftel der Befragten wirkt sich die Krise auch auf die Liquidität der jeweiligen Organisation aus.

Lediglich 8 Prozent der befragten Organisationen sind der Meinung, dass die bisherigen Maßnahmen der Politik ausreichend sind, ihnen in dieser Krise zu helfen; jede vierte Organisation verneint dies. Rund zwei Drittel der Befragten sind sich noch unschlüssig – einerseits kann man die bisherige Entwicklung noch nicht endgültig abschätzen, andererseits gibt es auch die für NPOs angekündigten Förderungen aufgrund fehlender Durchführungsbestimmungen derzeit noch nicht.

Am 29. 5. 2020 wurde der Mitte Mai eingebrachte Gesetzesvorschlag betreffend der Errichtung eines NPO-Unterstützungsfonds im Nationalrat beschlossen. Damit kommt man einer möglichen Antragstellung und Auszahlung von dringend benötigten Zuschüssen näher. Als Empfänger der Unterstützungsleistungen kommen alle mildtätigen, gemeinnützigen und kirchlichen Organisationen im Sinne der §§ 34 ff Bundesabgabenordnung und Rechtsträger, an denen diese beteiligt sind, in Frage. Da die Richtlinien noch nicht vollständig ausgearbeitet sind, dürfte mit den ersten Auszahlungen nicht vor Ende Juni zu rechnen sein.

Die Corona-Krise brachte offensichtlich auch große organisatorische Veränderungen mit sich. 9 von 10 Organisationen stellten (zumindest teilweise) auf Homeoffice um. Jede zweite Organisation beantragte Kurzarbeit; ebenso wurde von manchen ein spezielles Corona-Fundraising ins Leben gerufen. 29 Prozent geben an, beim Corona-NPO-Unterstützungsfonds anzusuchen, jede zehnte Organisation sucht Hilfe in den Bundesländern.

Im Fall, dass die Krise noch bis Ende des Jahres andauert, könnte bei 6 von 10 Organisationen Kurzarbeit zum Tragen kommen und man müsste sich zunehmend auf die Kernbereiche beschränken.

Mit der Corona-Krise gibt es auch große organisatorische Herausforderungen. So kam/kommt es zum verstärkten Einsatz digitaler Instrumente und der Ausgliederung mancher Tätigkeiten – soweit möglich – ins Homeoffice. Neue Kooperationsformen und eine schlankere Organisation werden dabei ebenso angedacht bzw. erprobt.

Alles in allem befinden sich die auf Fundraising angewiesenen Organisationen in einer schwierigen Lage. Obwohl Kündigungen größtmöglich hintangehalten werden, droht das Damoklesschwert der Kurzarbeit. Spendenausfälle und pandemiebedingte Arbeitserschwernisse stellen laufende Projekte in Entwicklungsländern oder für benachteiligte Personengruppen in Frage. Für das Fundraising wichtige Veranstaltungen können/konnten nicht stattfinden. So manche Organisation musste in die technische Infrastruktur investieren und manche ohnehin schon geringbeschäftigte Personen mussten weitere Stundenkürzungen in Kauf nehmen. Zudem besteht die Gefahr, dass auch größere Organisationen, die bisher einen größeren Bereich an gesellschaftlichen Hilfs- und Unterstützungsleistungen erbrachten, sich in Hinkunft auf ihren Kernbereich beschränken müssen.

KRISENVORSORGE FÜR HILFS- UND PFLEGEBEDÜRFTIGE PERSONEN

EvaReg – ein digitales Register für die Evakuierung im Anlassfall

Noch scheint die Corona-Krise nicht überstanden, doch erste Lehren können hieraus bereits gezogen werden. So haben sich Ältere und Personen mit Vorerkrankungen als besonders vulnerabel erwiesen. Und – zieht man die in den letzten Jahren vermehrt auftretenden Katastrophen wie Hochwasser, Murenabgänge, Lawinen, Erdbeben, langanhaltende Stromausfälle und dergleichen in Betracht – sind es gerade hilfs- und pflegebedürftige Personen, die besonderer Beachtung bedürfen.

Das Projekt EvaReg hat sich zum Ziel gesetzt, ein Konzept für ein digitales Personenregister für die Evakuierung im Krisenfall zu erstellen. Hilfsbedürftige Personen sollen bereits im Vorfeld die Möglichkeit haben, sich freiwillig in dieses Register eintragen zu lassen. Einsatzorganisationen können im Krisenfall direkt auf die Daten zugreifen und sofort Hilfsmaßnahmen einleiten.

Als Pilotregion wurde der Bezirk Deutschlandsberg ausgewählt. Hier soll auch im September in ausgewählten Gemeinden gemeinsam mit Behörden und Einsatzorganisationen ein Pilotversuch gestartet werden.

Um die generelle Akzeptanz seitens der Bevölkerung zu eruieren, wurde eine österreichweite repräsentative Umfrage durchgeführt. Expertengespräche, Workshops und Onlinebefragungen mit ausgewählten Zielgruppen im Bezirk Deutschlandsberg und in einer oö. Vergleichsregion (Bezirk Rohrbach) liefern wertvolle Erkenntnisse für den weiteren Projektverlauf.

Die Ergebnisse für den Bezirk Deutschlandsberg zeigen flgd. Bild:

Rund 61 Prozent der Befragten geben an, auf allfällige Katastrophen gut vorbereitet zu sein und sich bzw. ihren Angehörigen selbst helfen zu können. Ein Drittel meint, in solch einer Situation Hilfe zu benötigen.

Bemerkenswert hoch fällt auch die Bereitschaft aus, sich in ein allfälliges Register für hilfs- und pflegebedürftige Personen eintragen zu lassen. Rund 78 Prozent bekunden, sich auf alle Fälle eintragen zu lassen; weitere 18 Prozent sind sich noch unschlüssig.

Die Verfügbarkeit eines ausgearbeiteten Notfallplan, der auch pflege- und hilfsbedürftige Personen berücksichtigt, wird von rund 19 Prozent der Befragten bejaht; 44 Prozent verneinen dies und weitere 37 Prozent können hierzu keine Angabe machen.

Jeder zweite Österreicher benötigt Hilfe

Ein leicht verändertes Bild zeigt sich bei Herrn und Frau Österreicher, wo jede(r) Zweite angibt, im Falle einer plötzlich auftretenden Katastrophe Hilfe zu benötigen. Weitere 29 Prozent sind sich diesbezüglich noch unschlüssig. 39 Prozent würden sich auf alle Fälle in ein Notfallsregister eintragen lassen, 41 Prozent können sich noch nicht festlegen. Nur für jeden Fünften käme dies nicht in Frage.

Das Projekt EvaReg

Das Projekt EvaReg (Evakuierungsregister für hilfsbedürftige Personen im Evakuierungsfall) ist ein im Rahmen der KIRAS-Sicherheitsforschung von der FFG gefördertes Projekt der Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH. Projektpartner sind der Sozialverein Deutschlandsberg, die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft m.b.H, der Gemeindebund Steiermark sowie das Linzer Sozialforschungsinstitut Public Opinion GmbH.

Ausgewählte Grafiken

Miliz und Wirtschaft

Initiativ-Veranstaltung „MILIZ & WIRTSCHAFT“ vom 30.-31.1.2020 im Rothschild-Schloss in Reichenau/Rax mit den Spitzen des Bundesheeres, der Wirtschaft und Gästen von der Deutschen Bundeswehr.

Dr. Bernhard Hofer (Public Opinion GmbH/Institut für Sozialforschung) hielt das Impulsreferat zum Thema „Wo Miliz draufsteht, muss auch Miliz drinnen sein!“.

Impulsreferat Dr. Hofer

Anschließend gab es ein Panel zum Thema „Miliz und Wirtschaft – Mehrwert durch Bildung“ moderiert von Mag. (FH) Christian Bayer (TÜV-Akademie) mit Prof. Mag. DDr. Martin Stieger, MBA, MPA, MSc und MMag. Rudolf Lichtmannegger (WKO-Bildungsexperte) sowie Workshops.

Den folgenden Tag referierten Obst i. G. Peter Haupt von der Deutschen Bundeswehr zum Thema „Reservistenarbeit & Wirtschaft“ sowie Dr. Helene Karmasin zum Thema „Freiwilligkeit – Was bewegt mich wirklich?“

Referat Dr. Karmasin

Die Ergebnisse dieser Experten-Tagung werden in die weiteren Planungen zur Miliz einfließen.

v.l.n.r.:
Dr. Reinhard MARAK (Wirtschaftskammer Österreich)
Oberst Reinhard GUGGENBERGER (Leiter d. Büros des Milizbeauftragten)
ObstdhmfD Mag. Dr. Bernhard HOFER (Public Opinion GmbH)
Vizepräsident KommR DI Dr. Richard SCHENZ (Wirtschaftskammer Österreich)
General Mag. Robert BRIEGER(Chef des Generalstabes)
Prof. Mag. DDr. Martin STIEGER
MmAG: Rudolf LICHTMANNEGGER (Wirtschaftskammer Österreich)
Oberst Markus RIEDL (Büro d. Milizbeauftragten)
Mag.(FH) Cristian BAYER (TÜV-Akademie)

MILIZ – STOLZ, DABEI ZU SEIN!