soziologie heute Oktoberausgabe 2019

Werte Leserin, werter Leser,

auch im Jahr 2019 gibt es u.a. wieder ein Jubiläum zu feiern: 100 Jahre ILO. Eva Senghaas-Knobloch berichtet über die Internationale Arbeitsorganisation und erläutert, warum diese noch immer „unentbehrlich“ ist.
In den letzten Wochen und Monaten war das Thema Klimaschutz im Fokus der Medien und die Umweltpolitik der brasilianischen Regierung verstärkte weltweit das Unbehagen. Francisco da Rocha beleuchtet in seinem Beitrag das weltfremde Verhalten der Politik des Jair Bolsonaro.
Georg W. Oesterdiekhoff und Hermann Strasser vertreten in ihrer Abhandlung, dass sämtliche Merkmale, die die kindliche Entwicklungsstufe kennzeichnen, genau die sind, die auch vormoderne Erwachsene charakterisieren.
Zwei interessante empirische Untersuchungen präsentieren wir Ihnen dieses Mal: zum einen ein Beitrag von Erika Geser-Engleitner und Julia Reiner über „Bettelnde Notreisende in Vorarlberg“, zum anderen eine einmalige Langzeitstudie von Konrad Hofer über die „Zufriedenheit von Menschen mit Behinderung in gemeinwesenintegrierten Wohngemeinschaften“.
Dass man unter „Minderheiten“ auch mal eine eher ungewohnte Gruppe verstehen kann, zeigt Egon Freiherr von Ellrichshausen auf. In seinem Artikel weist er auf 100 Jahre Antisemitismus und Minderheitendiskriminierung im österreichischen Verfassungsrecht hin.
C. Wright Mills – war er ein moderner soziologischer Klassiker wider Willen oder setzte er sich stets zwischen die Stühle? Dem Klassiker Mills widmet Richard Albrecht seine Darstellung eines scharfzüngigen soziologischen Kritikers.
Dieses und noch mehr erwartet Sie in der vorliegenden Ausgabe von soziologie heute.

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Herbst!

Ihre soziologie heute-Redaktion

KIRAS-Sicherheitsforschungsprojekt „EvaReg“ startet im September 2019

Im September 2019 startet das von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) geförderte Projekt „EvaReg – Evakuierungsregister hilfbedürftiger Personen im Evakuierungsfall“. Public Opinion kooperiert dabei mit der Joanneum-Research-Forschungsgesellschaft mbH, der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft mbH und dem Sozialverein Deutschlandsberg. Zahlreiche weitere Organisationen wie z.B. das Österreichische Bundesheer, Landespolizeidirektionen, Rotes Kreuz, Samariterbund, Caritas etc. sind im Projekt eingebunden.

Kurzbeschreibung:

Nicht allein immer häufiger vorkommende Naturkatastrophen, sondern auch erforderlichen Evakuierungen (z.B. Fliegerbombenfunde) nehmen stetig zu. Immer dichter werdende Besiedelung sowie eine älter werdende Bevölkerung lassen Evakuierungen für Einsatzorganisationen zu immer größeren, logistischen Herausforderungen werden. Häufig reichen temporär installierte Bürgertelefone zur Bekanntgabe von Unterstützungsbedarf im Evakuierungsfall nicht mehr aus.

Das Projekt EvaReg – Evakuierungsregister für hilfsbedürftige Personen im Evakuierungsfall – hat die Erstellung und Wartung eines digitalen Personenregisters für die Evakuierung im Krisenfall zum Ziel, um effizient und sicher helfen zu können. Hilfsbedürftige Personen sollen bereits im Vorfeld die Möglichkeit haben, sich in dem Personenregister zu registriere, Einsatzorganisationen können im Krisenfall direkt auf die Daten zugreifen und Hilfsmaßnahmen sofort einleiten. Aufgabe im Projekt ist es, durch Akzeptanzanalyse in der Gesellschaft sowie durch Bedarfsanalyse in Zusammenarbeit mit Einsatzorganisationen, die für die Evakuierung zuständig sind, zu eruieren, wie ein digitales Personenregister konzipiert sein muss und wie gut ein solches von der Bevölkerung angenommen wird. Nach der anfänglichen Erhebung der Anforderungen und Erfordernisse der Einsatzorganisation wird in einem ersten Pilotversuch eine prototypische Umsetzung des Personenregisters auf Basis eines existierenden Werkzeuges durchgeführt. In der letzten Projektphase wird eine koordinierte Übung in einer Beispielregion in Form einer Simulation eines Katastrophenfalls unter Einbindung aller wesentlichen Akteure angestrebt. Daraus können in weiterer Folge bereits erste Erkenntnisse in Bezug auf technische Voraussetzungen, Bedienbarkeit im Krisenfall und Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft für eine Überführung in den Regelbetrieb gewonnen werden.

Zielgruppen sind einerseits Institutionen und Organisationen, die im Krisen- oder Katastrophenfall mit der Evakuierung von Personen beauftragt sind und für deren Sicherheit sorgen müssen, andererseits Privatpersonen, die im Krisenfall auf die Unterstützung anderer angewiesen sind.

  • Kurzdarstellung der angestrebten Ergebnisse
    – Aussagen betreffend die Akzeptanz eines digitalen Personenregisters in der Bevölkerung
  • – Beschreibung der technischen Voraussetzungen für den sicheren Betrieb eines Personenregisters
  • -Beschreibung der inhaltlichen Anforderungen der Einsatzorganisationen an ein Personenregister
  • – Evaluierungsbericht nach Pilotversuch (koordinierte Übung in einer Beispielregion in Form einer Simulation eines Katastrophenfalls)

soziologie heute – Augustausgabe 2019

Werte Leserin, werter Leser,

europaweit und global scheinen sich Spannungen und Konflikte auszubreiten. Menschen sind vielerorts beunruhigt, haben Angst. Manche sprechen von einer Spaltung der Gesellschaft. Die Ökumenische Sommerakademie in Kremsmünster griff dieses Thema auf und lud neben Sozialwissenschaftlern, Theologen, Menschenrechtlern erstmals auch Politiker ein, ihre Erwartungen an Kirchenvertreter zu formulieren, sich aber auch deren Kritik zu stellen. soziologie heute war dabei und präsentiert Ihnen die wichtigsten Auszüge aus Vorträgen und Interviews.

Auch Soziologinnen und Soziologen sind nicht davor gefeit, ihre eigene Lebenswelt nicht richtig einschätzen zu können. In seiner Lebensmitschrift eines Soziologen weist Hermann Strasser auf so manch eigenartige Entwicklungen hin und fragt: Sind wird auf dem Weg in die taktische Gesellschaft?

Jeder von uns war schon einmal mit Bettlern konfrontiert. Eine ausgestreckte Hand, ein Hut oder Teller signalisiert die Bitte um eine „milde Gabe“. Neben dieser stillen Form des Bettelns gibt es allerdings auch offensive Formen, wo der Bettelnde davon ausgeht, ein Recht auf die Gabe zu haben. Ulrich Steuten analysiert in seinem Beitrag das Betteln als soziale Interaktion.

„Jeder ist seines Glückes Schmied.“ Mit diesem Sprichwort reagiert man im Alltag gerne auf Leute, die die Schuld für ihr Unglück vor allem bei anderen suchen. Heiner Meulemann geht der Frage nach, was es mit diesem Sprichwort auf sich hat.

Neben diesen genannten Themen erwarten Sie noch zahlreiche weitere Beiträge, z. B. über Ordnung und Unfrieden von Sven Papcke, Klimapolitik von Dieter Senghaas, Bertolt Brechts Niederlagen von Richard Albrecht oder über massenmediale Indoktrinationen von Bernhard Martin, u.v.m.

Wir wünschen Ihnen noch einen erholsamen Sommer – erfüllt von spannenden soziologischen Phänomenen!

Bernhard Hofer / Claudia Pass / Alfred Rammer

Näheres unter: www.soziologie-heute.at

 

XX. Tagung für Angewandte Sozialwissenschaften

Die XX. Tagung für Angewandte Sozialwissenschaften vom 24. – 25. Mai 2019 in München stand unter dem Thema „Nachhaltig Leben und Wirtschaften. Management Sozialer Innovationen als Gestaltung gesellschaftlicher Transformation“. Die gut besuchte Veranstaltung an der Münchner Hochschule zeichnete sich vor allem durch große Praxisnähe und erstklassige Referenten aus.