Ehrenamt

Im KURIER Zeitungsverlag kam in diesen Tagen das Magazin „Ehrenamt. Helfen, fördern, retten“ heraus. Gestützt auf den 2. Österreichischen Freiwilligenbericht bietet dieses Heft einen weiteren guten Einblick in die Vielfalt des österreichischen Freiwilligenengagements.

Überall in der Gesellschaft legen sie Hand an, ohne eine Gegenleistung zu erwarten: Ob bei der Feuerwehr oder Bergrettung, in der Rettungshundestaffel, als Seelsorger oder als Bewährungshelfer, als Fußballcoach oder als einsatzbereiter Nachbar – fast jeder dritte Österreicher investiert freiwillig einen Teil seiner Freizeit, damit es anderen besser geht. Das 148 Seiten starke KURIER-Magazin „Ehrenamt“ holt diese Helfer vor den Vorhang und erzählt ihre Geschichten. Außerdem erfahren Sie, wie Ehrenamt bis heute Politik macht, warum auch die digitale Welt eine helfende Hand benötigt und was die Französische Revolution mit all dem zu tun hat. Ein Magazin als Zeichen der Anerkennung für all die Menschen, die sich freiwillig und unentgeltlich für die Gesellschaft einsetzen – und als Aufforderung selbst tätig zu werden.

In der Trafik und im Zeitschriftenhandel ist das Magazin für € 7,50 erhältlich.

Auszug:

KIRAS-Sicherheitsforschungsprojekt genehmigt

Das im Februar 2017 bei der FFG (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft) eingereichte Projekt „Risiko-, Krisen- und Sicherheitsmanagement für Kunst- und Kulturgüter in Österreich“ wurde bewilligt. Gemeinsam mit der JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH und MUSIS – Steirischer Museumsverband. Verein zur Unterstützung von Museen und Sammlungen in der Steiermark startet Public Opinion GmbH/Institut für Sozialforschung Linz im Herbst mit diesem Projekt (Laufzeit: 1. 9. 2017 bis 28. 2. 2019). Ein erster Zwischenbericht wird am 30. 4. 2018 vorliegen.

Pflege und Angebot von Kunst und Kultur besitzen in Österreich eine lange Tradition. Identitätsstiftende Funktion, hohes Ansehen in der Bevölkerung und touristische Relevanz begründen unter anderem deren große gesellschaftliche Bedeutung. Neben den derzeit 248 Qualitätsmuseen zählen weitere 1500 Museen und museumsähnliche Einrichtungen sowie weltliche und kirchliche Archive zu den Sammlern, Verwaltern und Bewahrern beweglicher Kulturgüter in Österreich. Eine ihrer zentralen Aufgaben ist die Weitergabe und Nutzbarmachung des Wissens über unsere Vergangenheit.

Um die Erfüllung dieser Aufgaben in Zeiten immer kleiner werdender Budgets gewährleisten zu können, wird das Zusammenarbeiten und Nutzen von Synergien gerade in diesem Bereich immer wichtiger. Viele kulturelle Organisationen verfügen über allzu schlanke, prekäre oder ehrenamtliche Stukturen, Die führt dazu, dass die Erfüllung wesentlicher, notwendiger Kernaufgaben wie Sammlungserfassung und –bewirtschaftung, Kulturvermittlung, Funding und grundlegendes Marketing vollends auslasten. „Randthemen“, wie auch das Thema Sicherheit, wenngleich von großer Bedeutung, können in vielen Fällen daher nur eher rudimentär behandelt werden. Folglich wird auch die Unterstützung zu diesem Thema, die sich im ersten Schritt mit der Auseinandersetzung einer kulturellen Organisation mit dem Status quo befasst, nur dann Akzeptanz finden, wenn von „richtiger“ Seite ein entsprechender und ansprechender Impuls gesetzt wird, der in erste Aktivitäten mündet. Diese müssen gut verständlich, überschaubar und auch bewältigbar erscheinen.

Einheitliche Strategien und Leitfäden ermöglichen unter den gegebenen Umständen die größtmögliche Unterstützung und gewährleisten einheitliche Vorgehensweisen und Qualität.

Angesichts der Inhomogenität, organisatorischen Zerstückelung sowie der fehlenden Overheadstrategien der Österreichischen Kulturerbe-Landschaft ist die Sicherheitsthematik in all ihrer Breite ein noch sehr mangelhaft bearbeitetes Feld. Die Unternehmenssicherheit in Bezug auf Unternehmensmanagement, Personal und Hygiene ist nicht nur in öffentlich getragenen Einrichtungen häufig durch die Verantwortung des Trägers abgedeckt. Die Objektsicherheit, Evaluierung, Maßnahmen zur Prävention und Akutmaßnahmen sind jedoch oftmals dem persönlichen Engagement oder dem „Hausverstand“ einzelner Akteure überlassen. Große, mitunter jüngst neu strukturierte Kultureinrichtungen in öffentlicher oder mittlerweile privatisierter Trägerschaft haben alle Sicherheitsbereiche bereits in ihren Planungen und Strategien berücksichtigt. Archive, Bibliotheken, teils auch Sakralgebäude haben in ihren Sicherheits-Policies unterschiedliche Bereiche bisweilen sogar sehr umfassend abgedeckt.

Es fehlen allerdings ein genereller Konsens und eine allgemein gültige und breit einsetzbare Richtlinie in deutscher Sprache mit einem Evaluierungswerkzeug, Informations- und Lernelementen. Orientierung und Maßnahmenplanung müssen auch abseits der personell völlig unterbesetzten persönlichen Beratungsstellen möglich sein. Unternehmerische Beratungen sind mehrfach verfügbar, jedoch oft aufgrund hoher Beratungskosten für kleine Einrichtungen nicht leistbar.

In Zusammenarbeit mit Kulturinstitutionen unterschiedlicher Größe aus Österreich aber auch aus anderen Europäischen Ländern (Schweiz, Deutschland, Großbritannien, Italien, Finnland) und Dachorganisationen sollen existierende Strategien überprüft werden und darauf aufbauend ein allgemein gültiger Leitfaden für Risiko- und Sicherheitsmanagement entwickelt werden, der gerade für die in Österreich vorherrschende Struktur im Museumsbereich, aber auch im Bereich kirchlicher Denkmalpflege und weltlichen Kulturgüterschutzes angewandt werden kann.

Zielgruppen werden bei der Erarbeitung einzelner Inhalte eingebunden, zur Nutzung des für sie nützlichen Selbstevaluierungs-Werkzeugs angeregt und durch geeignete Verbreitungsmaßnahmen über die Ergebnisse informiert. Erstmalig soll ein Werkzeug zur Selbstevaluierung in allen erkennbaren Bereichen der Sicherheit für Einrichtungen beweglichen Kulturellen Erbes entstehen das

  • übersichtlich und klar strukturiert und somit einfach zu bedienen ist,
  • barrierefrei im Sinne leichter Lesbarkeit und Wahrnehmungsvielfalt gestaltet ist,
  • in unterschiedlich dimensionierten Versionen verfügbar ist, sich damit den Basisbedingungen der Organisationen / Institutionen anpassen kann und Abschreckung durch Überforderung minimiert,
  • über ein hoch professionelles Onlineportal für jede betroffene Institution leicht und kostenschonend zugänglich ist,
  • inhaltlich an internationalen Maßstäben orientiert ist,
  • in Abstimmung mit erfahrenen Peer-Einrichtungen und den bundesweiten Verbänden entsteht und von diesen ideell mitgetragen wird,
  • auf einfachem Weg zu einer bundesweiten, informativen Berichtlegung unter Berücksichtigung der Anonymität der Teilnehmer/innen führt und damit die Darstellung von Entwicklungen über Jahre grundsätzlich ermöglicht.

Das Projekt KuKuRisk soll bestehende Initiativen der Verbände und des Bundes vereinen und durch Synergien und strategische Maßnahmen brachliegende Initiativen wiederbeleben.

The Power of Giving

Spendentag 2017, 5. 4. 2017, Diplomatische Akademie Wien

Der Spendentag stand diesmal unter dem Motto „The power of Giving – die neue Spendergeneration“.

Foto: FVA/Ludwig Schedl

Warum geben Menschen und was gibt es ihnen? Der Spendentag begab sich auf die Spuren nach dem Sinn des Spendens. Warum geben Menschen und andere nicht? Zu diesen und weiteren spannenden Fragestellungen referierten wieder hochrangige nationale und internationale Referenten, wie etwa Stephan Dickert von der Queen Mary University of London, Pamala Wiepking von der Erasmus University Rotterdam oder Martina Schorn vom Institut für Jugendkulturforschung. Public Opinion war eingeladen und gestaltete mit den Teilnehmerinnen einen Workshop zum Thema „Spendenumfragen richtig lesen“.

Claudia Pass und Bernhard Hofer gingen u.a. folgenden Fragen nach: Was können Spenden-Umfragen leisten? Wie sind sie zu lesen und zu interpretieren?  Welche Zusatzinformationen braucht man, um seriöse Aussagen treffen zu können? Und wo liegen die Grenzen der Brauchbarkeit von Daten?

Anhand ausgewählter Umfragedaten der letzten Jahre wurde in diesem Workshop aufgezeigt, wie (Spenden-)Umfragen richtig gelesen und vor allem für die eigene Organisation nutzbar gemacht werden können. Eine Checkliste mit den wichtigsten Grunddaten soll den Teilnehmer/innen helfen, allfällige Ungereimtheiten und Falschinterpretationen möglichst hintanzuhalten.