ETHIK COMMITMENT

Der Berufsverband der Soziologinnen und Soziologen Österreichs erstellte 2008 das Berufsleitbild für die Soziologinnen und Soziologen Österreichs und einen Ethikkodex, welche eine Orientierungshilfe für Soziolog/innen aus der Praxis bieten.

Soziolog/innen tragen große soziale Verantwortung, da durch ihre Empfehlungen, Aussagen und Entscheidungen das Leben ihrer Mitmenschen stark beeinflusst wird.

Insbesondere geht es darum, dass Soziolog/innen in ihrer täglichen Arbeit  geeignete Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass durch ihre Tätigkeit ein möglicher Missbrauch und daraus resultierend nachteilige Auswirkungen auf Auftraggeber/innen, Forschungsteilnehmer/innen, Kolleg/innen, Studierende und Mitarbeiter/innen vermieden werden.

Durch die öffentliche Präsentation des BSÖ-Ethik-Commitment-Siegels wird dokumentiert, dass das Mitglied die für die Berufsausübung als Soziologe/Soziologin erforderlichen Leistungsnachweise erbracht hat und sich an die im BSÖ-Ethik-Kodex angeführten Anforderungen bindet.

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Ethikkodex des Berufsverbandes der Soziologinnen und Soziologen Österreichs

Soziolog/innen prägen den beruflichen Alltag und die Gesellschaft insgesamt  – und zwar  stärker als dies in Fachkreisen oder in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.

Sie stehen vor allem im Dienst der Allgemeinheit und orientieren sich am öffentlichen Wohl. Soziolog/innen orientieren sich an den Prinzipien einer demokratischen Gesellschaft und an den in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte formulierten Werten.

Einerseits treten sie für notwendige Veränderungen ein und andererseits wirken sie als Stabilisatoren der Gesellschaft, z.B. als Berater in der Politik. In ihrer Arbeit beziehen sie den sozioökonomischen Kontext ein, orientieren sich an den Bedürfnissen ihrer jeweiligen Zielgruppen und handeln selbstreflexiv, empathisch,  verantwortungsbewusst und unparteiisch.

Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Gesellschaft mit ihren jeweiligen Erscheinungsformen und Prozessen des sozialen Wandels. Dabei reduzieren sie komplexe Phänomene auf wesentliche Strukturen, um Lösungsansätze erarbeiten zu können.

Soziolog/innen erarbeiten und kommunizieren soziologisches Wissen in Prozessen und orientieren sich dabei an ethischen Erwägungen und Entscheidungen.

Soziolog/innen streben in der Ausübung ihres Berufes nach wissenschaftlicher Integrität und Objektivität. Sie sind den bestmöglichen Standards in Forschung, Lehre und sonstiger beruflichen Praxis verpflichtet. Geben sie fachspezifische Urteile ab, sollen sie ihr Arbeitsgebiet, ihren Wissensstand, ihre Fachkenntnis, ihre Methoden und ihre Erfahrungen eindeutig, angemessen und nachvollziehbar darlegen.

Dementsprechend sollen Soziolog/innen auch geeignete Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass ein möglicher Missbrauch und daraus resultierend nachteilige Auswirkungen auf Auftraggeber/innen, Forschungsteilnehmer/innen, Kolleg/innen, Studierende und Mitarbeiter/innen vermieden werden.

Soziolog/innen tragen große soziale Verantwortung, da durch  ihre Empfehlungen, Aussagen und Entscheidungen das Leben ihrer Mitmenschen stark beeinflusst wird.

Für die Berufsausübung ist eine besondere Qualität der Ausbildung notwendig. Wer sich als Soziologe/Soziologin  bezeichnet, sollte Soziologie, Sozialwirtschaft oder eine ähnliche Disziplin studiert, die Leistungsnachweise erbracht und zumindest einen akademischen Grad erworben haben, um als professioneller Soziologe/Soziologin zu gelten.

Das Profil bzw. der Kompetenzbereich von Soziolog/innen ist abhängig von der absolvierten Universität/Hochschule und  von der Auswahl der jeweiligen Schwerpunkte sowie der in Weiterbildung erworbenen Kompetenzen– zum Beispiel Gesundheitssoziologie, Entwicklungssoziologie, Organisationssoziologie etc.

Das durch die Arbeit mit theoretischen Modellen geschulte analytische Denkvermögen und die entsprechende Argumentationstechnik sind u.a. wesentliche Qualifikationen, die am Arbeitsmarkt nachgefragt werden. Soziolog/innen trachten bei ihrer Tätigkeit danach, diese Kompetenzen laufend zu erweitern und zu vertiefen.

Durch ihre fächerübergreifende Betrachtungsweise sind Soziolog/innen dafür prädestiniert,  „Brücken“ zu anderen Disziplinen zu schlagen.