KRISENVORSORGE FÜR HILFS- UND PFLEGEBEDÜRFTIGE PERSONEN

EvaReg – ein digitales Register für die Evakuierung im Anlassfall

Noch scheint die Corona-Krise nicht überstanden, doch erste Lehren können hieraus bereits gezogen werden. So haben sich Ältere und Personen mit Vorerkrankungen als besonders vulnerabel erwiesen. Und – zieht man die in den letzten Jahren vermehrt auftretenden Katastrophen wie Hochwasser, Murenabgänge, Lawinen, Erdbeben, langanhaltende Stromausfälle und dergleichen in Betracht – sind es gerade hilfs- und pflegebedürftige Personen, die besonderer Beachtung bedürfen.

Das Projekt EvaReg hat sich zum Ziel gesetzt, ein Konzept für ein digitales Personenregister für die Evakuierung im Krisenfall zu erstellen. Hilfsbedürftige Personen sollen bereits im Vorfeld die Möglichkeit haben, sich freiwillig in dieses Register eintragen zu lassen. Einsatzorganisationen können im Krisenfall direkt auf die Daten zugreifen und sofort Hilfsmaßnahmen einleiten.

Als Pilotregion wurde der Bezirk Deutschlandsberg ausgewählt. Hier soll auch im September in ausgewählten Gemeinden gemeinsam mit Behörden und Einsatzorganisationen ein Pilotversuch gestartet werden.

Um die generelle Akzeptanz seitens der Bevölkerung zu eruieren, wurde eine österreichweite repräsentative Umfrage durchgeführt. Expertengespräche, Workshops und Onlinebefragungen mit ausgewählten Zielgruppen im Bezirk Deutschlandsberg und in einer oö. Vergleichsregion (Bezirk Rohrbach) liefern wertvolle Erkenntnisse für den weiteren Projektverlauf.

Die Ergebnisse für den Bezirk Deutschlandsberg zeigen flgd. Bild:

Rund 61 Prozent der Befragten geben an, auf allfällige Katastrophen gut vorbereitet zu sein und sich bzw. ihren Angehörigen selbst helfen zu können. Ein Drittel meint, in solch einer Situation Hilfe zu benötigen.

Bemerkenswert hoch fällt auch die Bereitschaft aus, sich in ein allfälliges Register für hilfs- und pflegebedürftige Personen eintragen zu lassen. Rund 78 Prozent bekunden, sich auf alle Fälle eintragen zu lassen; weitere 18 Prozent sind sich noch unschlüssig.

Die Verfügbarkeit eines ausgearbeiteten Notfallplan, der auch pflege- und hilfsbedürftige Personen berücksichtigt, wird von rund 19 Prozent der Befragten bejaht; 44 Prozent verneinen dies und weitere 37 Prozent können hierzu keine Angabe machen.

Jeder zweite Österreicher benötigt Hilfe

Ein leicht verändertes Bild zeigt sich bei Herrn und Frau Österreicher, wo jede(r) Zweite angibt, im Falle einer plötzlich auftretenden Katastrophe Hilfe zu benötigen. Weitere 29 Prozent sind sich diesbezüglich noch unschlüssig. 39 Prozent würden sich auf alle Fälle in ein Notfallsregister eintragen lassen, 41 Prozent können sich noch nicht festlegen. Nur für jeden Fünften käme dies nicht in Frage.

Das Projekt EvaReg

Das Projekt EvaReg (Evakuierungsregister für hilfsbedürftige Personen im Evakuierungsfall) ist ein im Rahmen der KIRAS-Sicherheitsforschung von der FFG gefördertes Projekt der Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH. Projektpartner sind der Sozialverein Deutschlandsberg, die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft m.b.H, der Gemeindebund Steiermark sowie das Linzer Sozialforschungsinstitut Public Opinion GmbH.

Ausgewählte Grafiken

KIRAS-Sicherheitsforschungsprojekt KuKuRisk in der Testphase

 

 

 

 

Sicherheitsmanagement gehört sicher nicht zu den unterhaltsamsten Aufgaben in der Kulturarbeit. Und dennoch ist es unbedingt notwendig, um das bedeutende kulturelle Erbe langfristig zu erhalten. Korrekte und effiziente Sicherheitsvorkehrungen für Kulturgüter brauchen Verständnis, Sachkenntnis und aufmerksames Hinschauen. Und sie kosten Zeit. Vor allem kleinere Einrichtungen, die mit beweglichen Kulturgütern befasst sind und diese verwalten, leiden unter personellen und finanziellen Ressourcen, zeitlichen Kapazitäten, entsprechenden organisatorischen Strukturen und manchmal auch ausreichendem Sicherheitsbewusstsein. KuKuRisk – Risiko-, Krisen- und Sicherheitsmanagement für Kunst- und Kulturgüter – richtet sich an genau diese Zielgruppe.

Das Projekt KuKuRisk wurde im Auftrag von KIRAS-Sicherheitsforschung entwickelt. Das Entwicklungsteam bestehend aus dem Joanneum-Research, MUSIS und Public Opinion GmbH/Institut für Sozialforschung will möglichst niederschwellig auf kreative und unterhaltsame Weise
– Sicherheitsbewusstsein fördern,
– Information bereitstellen,
– Handlungsempfehlungen geben und
– das alltägliche Sicherheitsmanagement erleichtern.
Auf diese Weise kann es dauerhaft in die täglichen Abläufe implementiert werden.

Um die trockene, komplexe Materie verständlicher und attraktiver zu machen, wurde die Form eines Spiels gewählt. Fiktive Expertinnen und Experten führen durch die jeweiligen Bereiche. Die einem Cartoon entsprungenen Fachleute stellen Fragen, weisen auf Details hin und geben Hinweise. Eine Sammlung nützlicher Materialien wie Werkzeugkoffer, Links sowie analoge Literatur ergänzen das Spiel.

Das Spiel befindet sich derzeit in der Pilotphase. Die endgültige Version wird nach Einarbeitung der in der Pilotphase gewonnenen Erkenntnisse im Herbst vorliegen und soll dann allen interessierten Einrichtungen kostenlos zugänglich sein.