Happy Birthday soziologie heute!


Im Oktober 2008 erschien die erste Ausgabe von soziologie heute Mit dem Oktoberheft 2018 geht das Fachmagazin nun in sein 11. Erscheinungsjahr und startet gleichzeitig die Initiative „Soziologie bewegt!“.
Mit der Initiative „Soziologie bewegt“ rückt soziologie heute den Fokus auf herausragende Leistungen von soziologisch tätigen Personen und/oder Einrichtungen, welche die Gesellschaft nachhaltig bewegt haben oder auch bewegen können.

Beispiele für herausragende soziologische Leistungen finden sich in der Vergangenheit zur Genüge. So wurde in den 1930er Jahren vom Projektteam Lazarsfeld, Jahoda und Zeisel die Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ durchgeführt. Dabei wurden Daten aus unterschiedlichsten Quellen unter der leitenden Fragestellung interpretiert, wobei man sehr unterschiedliche Erhebungsmethoden kombinierte. Somit entstand ein eindringliches Bild eines von kollektiver Beschäftigungslosigkeit geprägten Industriedorfes. Die Form des Methodenmix fand in der Folge zunehmend Eingang in die Wissenschaft.
Bahnbrechend für die Kommunikationsforschung war auch die 1940 anlässlich des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfes durchgeführte Studie „The People‘s Choice“ von Paul Lazarsfeld. U.a. stellte Lazarsfeld fest, dass interpersonale Kommunikation einen starken Einfluss auf das spätere Wahlverhalten hat.
Norbert Elias und Pierre Bourdieu entwickelten den „Habitus“ zum soziologischen Fachbegriff, welcher sich seither auch in anderen Wissensdisziplinen verbreitet.
Mit seinem Buch „Bowling alone“ analysierte Robert Putnam die positiven Auswirkungen sozialer Vernetzung bzw. die sozialen Katastrophen, wenn der soziale Zusammenhalt zerfällt. Seine Überlegungen fanden Eingang in zahlreiche Untersuchungen zur Freiwilligenarbeit und zur Regionalentwicklung.
Martina Löw koordinierte ein vom hessischen Ministeriums für Wirtschaft und Kunst geförderten Kooperationsprojekt mit dem Schwerpunkt „Eigenlogik der Städte“. Der Eigenlogik-Ansatz unterscheidet sich grundlegend von bisherigen Sichtweisen der Stadtforschung, welche die Stadt zwar als gegebene, nicht weiter zu untersuchende Größe betrachten. Der Eigenlogik-Ansatz hingegen macht die Stadt selbst zum Untersuchungsgegenstand.
In seiner Habilitationsschrift „Soziale Beschleunigung. Die Veränderung der Temporalstrukturen“ verweist Hartmut Rosa darauf, dass aufgrund des Zeitgewinns durch technischen Fortschritt eine Art Zeitnot und kein Zeitgewinn entsteht. Nach Rosa kann sich der Mensch nie ausruhen und sich nie zufriedengeben, da er sonst mit einem Verlust oder Nachteil rechnen müsste. Im digitalen Zeitalter sind seine Überlegungen hinsichtlich Steuerungsmöglichkeiten des Lebens Grundlage für die Arbeit von Gewerkschaften, Bildungseinrichtungen, Kirchen usf.
Die Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen. soziologie heute möchte jedoch den Fokus auf neue wissenschaftliche Studien/Projekte richten.

Mit der Initiative „Soziologie bewegt“ werden deshalb Soziologinnen und Soziologen aufgerufen, soziologische Forschungsprojekte/-arbeiten vorzustellen, die in den letzten 5 Jahren begonnen bzw. abgeschlossen wurden und die Gesellschaft oder Teile der Gesellschaft nachhaltig bewegt haben.

Kriterien der Einreichung:
• Personen mit abgeschlossener Soziologie-Ausbildung oder soziologische Institute/Einrichtungen
• Forschungsprojekte, welche
– auf aktuelle Herausforderungen unserer Gesellschaft(en) Bezug nehmen
– einen lösungsorientierten Ansatz im Sinne von Praxisrelevanz verfolgen
– eine innovative Fragestellung und/oder Methodik (z.B. Methodenmix, disziplinübergreifend, partizipativer Ansatz …) verwenden
– nachhaltig im Sinne von effektiver Wirkung (Umsetzungsrelevanz) gestaltet sind
– transparent und in verständlicher Sprache dargelegt sind.

Form und Umfang der Einreichung:
Der Umfang der Einreichung (Projekt-/Studienbeschreibung, Ergebnisdarstellung etc.) ist mit 30.000 Zeichen (inkl. LZ) beschränkt. Dateiformat: pdf

Termin:
Einreichungen können ab sofort getätigt werden. Deadline: 31. März 2019.

Alle eingereichten Beiträge werden in soziologie heute mit einer Kurzbeschreibung und den jeweiligen Ansprechpartnern vorgestellt. Die von den Jurymitgliedern
ausgezeichneten Einreichungen erscheinen ab Juni 2019 in einer Sonderpublikation von soziologie heute.
In der Dezemberausgabe von soziologie heute stellen wir Ihnen die Jurymitglieder vor.

Sie haben Fragen zur Einreichung? Senden Sie einfach ein Mail mit Ihrer Frage an:
office@soziologie-heute.at.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Die aktuelle Oktoberausgabe von soziologie heute:

Augustausgabe von soziologie heute im Zeichen der Digitalisierung


Die August-Ausgabe von soziologie heute legt dieses Mal den Schwerpunkt auf die Thematik Digitalisierung. So beleuchten Claudia Pass und Bernhard Hofer in ihrem Beitrag die zahlreichen neuen Entwicklungen und versuchen aufzuzeigen, welche Herausforderungen auf uns zukommen und wo die Soziologie als Wissenschaft gefordert sein wird.
Der weit über Britannien hinaus bekannte Soziologe Anthony Giddens widmet sich ebenfalls dieser Thematik und fordert eine Magna Carta für das digitale Zeitalter.
Jens Korfkamp geht der Frage nach, welche Auswirkungen die digitale Wende auf die Entwicklung der Schriftkultur und bestehende Literalitätskonzepte hat bzw. haben kann.
Mit „Gesprächiges Schweigen eines Unterhundertjährigen“ setzen wir die Lebensaufzeichnungen von Herbert Strasser – dieses Mal mit „Salzburger G‘schichten“ – fort.
Walter Hollstein macht sich Gedanken über den gesellschaftlichen Wandel und die diversen Erklärungsversuche der Soziologen und Klaus Zapotoczky widmet seinen Beitrag – verbunden mit Forderungen – dem Thema „Soziologie als Beruf“.
Francisco M. da Rocha versucht in seinem Artikel Hintergrundwissen zu den politischen und kriegerischen Konflikten in der islamischen Welt zu vermitteln, und die erst 17-jährige Emma Rampf berichtet über ihre jüngste Vergleichsstudie zu den Einstellungen von Schülerinnen und Schülern an einer US-amerikanischen und einer deutschen Schule.

Zahlreiche weitere Beiträge ergänzen wie immer unsere zweimonatlich erscheinenden soziologischen Betrachtungen. Sollten manche Artikel kontrovers oder auch herausfordernd erscheinen, so ist dies von den jeweiligen Autorinnen und Autoren durchaus so gewollt. soziologie heute möchte damit auch zum befruchtenden Diskurs anregen.
Näheres unter: www.soziologie-heute.at

Wir wünschen noch einen wunderschönen verbleibenden Sommer! Bitte empfehlen Sie uns weiter!

Ihre soziologie heute – Redaktion
Bernhard Hofer / Claudia Pass / Alfred Rammer

Security: Schöne neue Welt?

Die digitalen Revolution verändert gewohnte Strukturen. Mit der Vernetzung steigt die Komplexität in Systemen. Verunsicherung – weil alles zunehmend unüberschaubar erscheint – macht sich breit. Selbst die Rolle des Staates ist nicht mehr ungefährdet. Die Frage nach vitalen Internetdiensten für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft rückt ins Zentrum. Sind wir auf dem Weg zur Schaffung eines Leviathans? Brauchen wir vielleicht einen neuen Gesellschaftsvertrag? Die Zukunft ist schwarz, rosa oder …?

Im Rahmen der Fachkonferenz Security am 3. 5. 2018 im Novomatic-Forum hielt Dr. Bernhard Hofer, Gf Public Opinion/Institut für Sozialforschung, den Eröffnungsvortrag zum Thema „Schöne neue Welt – Digitalisierung und gesellschaftlicher Umbruch“

 

Fachkonferenz Security

„Save your Business“

Es ist kein Geheimnis, dass die Sicherheitsbedrohungen in der IT weiterhin zunehmen. Das liegt u.a. in der Professionalisierung im Bereich der Cyber Crime – IT-Verantwortliche sehen Malware und Phishing-Attacken als größte Bedrohung – daneben haben aber auch die technologischen Veränderungen der letzten Jahre hin zum Web (Cloud Computing, Social Networks, mobile Apps) in Kombination mit mobilen Devices die Angriffsfläche der IT vergrößert. Zudem führt die Zunahme an vernetzten Geräten durch die fortschreitende Digitalisierung zu einer Komplexität der IT-Sicherheit. Aber nicht nur der Kampf gegen Cyber Crime erscheint vielen aussichtslos (und kostspielig). Hinzu kommen auch die eigenen Mitarbeiter, die vermehrt als Risiko eingestuft werden, als größtes Einfalltor für Cyber-Attacken, einerlei ob es sich dabei um Versehen oder um Verbrechen handelt. Viele Firmen zeigen sich deshalb verunsichert, nur wenige meinen, dass ihre eigenen Sicherheits-Strategien alle relevanten Bedrohungen und Risiken berücksichtigen.

Auf dieser etablierten Plattform will der Veranstalter seidler consulting den Teilnehmern Orientierungshilfen für eine sichere Welt der Zukunft geben: Hier bekommen IT-Fachkräfte aus der Privatwirtschaft und öffentlichen Verwaltung, sowie renommierter Anbieterunternehmen und unabhängige Experten gleichermaßen die Möglichkeit alle relevanten Aspekte aus ihrer Perspektive zu kommentieren und mögliche Lösungen aufzuzeigen. Bernhard Hofer (Public Opinion Institut für Sozialforschung/CR soziologie heute) widmet sich dabei der Thematik „Schöne neue Welt: Digitalisierung und gesellschaftlicher Umbruch“.

Zeit: 3. 5. 2018

Ort: Novomatic Forum Wien

Weitere Infos und Anmeldung: HIER

 

Anti-Raucher-Volksbegehren: „The Noble Experiment“?

Seit gut einem Jahrzehnt werden in verstärktem Ausmaß Stimmen laut, welche mit teils berechtigten, teils unberechtigten, diskriminierenden und manchmal auch unsachlichen Argumenten zum Sturm gegen diese Minderheit blasen und durch ihren missionarischen Eifer dazu beitragen, die Gesellschaft zu spalten. Es scheint – so kennen wir das aus der Geschichte – immer nach dem gleichen Muster zu laufen: In Negierung des Spruchs „Meine Freiheit endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt“ versucht die scheinbare Mehrheit ihr Verständnis von Freiheit absolut zu setzen. Die nicht auf Konfrontation bedachten Raucher ziehen sich zurück und suchen, die Geselligkeit vermehrt unter ihresgleichen zu pflegen. Doch wie weit soll/kann dieser Rückzug gehen? Vergleichsweise kommen einem dabei Bilder der Prohibition in den Vereinigten Staaten („The Noble Experiment“) der 1920er Jahre in den Sinn. Dabei wäre es doch so einfach ….

Das Fachmagazin soziologie heute erscheint in der 1. Aprilwoche 2018. Näheres unter: www.soziologie-heute.at

 

soziologie heute Feberausgabe 2018

Geballte soziologische Infos finden Sie  in der Feberausgabe des Fachmagazins soziologie heute.

Hier das Editorial:

Werte Leserin, werter Leser,

mit der Februar-Ausgabe starten wir ins Neue Jahr, genau genommen in das elfte Erscheinungsjahr von soziologie heute. Wir haben uns deshalb entschlossen, Ihnen einige Beiträge anzubieten, die Rückblicke enthalten. Doch soziologische Rückblicke sind mehr als bloße Geschichtsdarstellung. Soziologische Rückblicke hinterfragen Ereignisse, stellen Vergleiche mit anderen Phänomenen an und stellen Verbindungen zu aktuellen Entwicklungen her.
So starten wir dieses Mal mit Auszügen aus der Lebensmitschrift des Soziologen Hermann Strasser – nach eigener Bezeichnung ein „Unterhundertjähriger“. Hermann Strasser schildert in seinem Beitrag den amerikanischen Kapitalismus und dessen Knast AGs.
Helmut Schröder wirft auch den Blick zurück, allerdings nicht so weit. Er widmet sich den Krisen, welche Beschäftige erlebt haben und wie diese erfolgreich bewältigt werden können.
Den „anderen 68ern“ sinniert Richard Albrechtnach, indem er auf eine seinerzeitige IfD-Studie zum Fernsehverhalten verweist.
2017 erschien im Quintus-Verlag das Buch „Sprung über ein Jahrhundert“ von Francis D. Pelton oder – genauer gesagt (es handelte sich dabei um ein Pseudonym) – Franz Oppenheimer. In dieser Neuauflage des 1934 erschienen utopischen Romans schildert Oppenheimer seine Zukunftsvisionen. Bernhard Hofer hat für Sie dieses Buch gelesen und fasst es kurz zusammen.
Natürlich bewegen wir uns mit den Beiträgen auch in der Jetztzeit. Heribert Krekel diskutiert in seinem Artikel die Problematik der Identitätspolitik entlang der Geschlechterdebatte mit Bezug auf die Schwulen- und Lesbenbewegung und Heidemarie Pöschko und Katharina Wurzer präsentieren ihre Sicht über die „Neuen Selbstständigen“ zwischen Unabhängigkeit und unsicherer Lebensrealität.
Und mit Demokratie geht es weiter: Bernhard Martin schreibt über Plutokraten und Populismus – Demokratie in der Zwickmühle und Michael Mayer geht auf den Begriff Postdemokratie ein, der u.a. für die Verdrängung der politischen Macht durch die private Macht steht.
Wie gewohnt erwarten Sie zahlreiche weitere interessante Beiträge aus dem Feld der Soziologie und ihren Nachbardisziplinen.
Die Redaktion wünscht Ihnen allen ein spannendes und erfolgreiches 2018 und natürlich fesselnde Lesestunden.
Bitte empfehlen Sie uns weiter!

soziologie heute Dezemberausgabe

Erscheinung in ca. 2 Wochen. Hier ein kurzer Einblick:

Werte Leserin, werter Leser,
mit dieser Dezember-Ausgabe bieten wir Ihnen wieder ein breites Themenspektrum zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. Da die Soziologie eine wichtige Binde-Wissenschaft ist, sind vereinzelte Ausflüge in Nachbardisziplinen wie Psychologie, Geschichte, Philosophie, Theologie usf. unverzichtbar.
So unternahmen etwa die beiden Autoren Hermann Strasser und Johann Stranger eine Wanderung in ihrem Heimatort und legten uns letztlich eine traumwandlerische Geschichte mit inspirierenden Gedanken zum ewigen Leben vor.
Viele ältere Doppelverdiener würden gerne gleichzeitig in Rente gehen, lassen sich jedoch von den finanziellen Folgen abschrecken. Maria Eismann und Kène Herkens gingen in ihrer Untersuchung in den Niederlanden dieser Frage nach.
Rosemarie Bork widmet ihren Beitrag den psychischen Problemen in den heutigen Generationen, welche als Folge der Weltkriege und gelebter Traditionen auftreten – ein Thema, welches überwiegend von psychologischer Forschung, Historikern und Journalisten bearbeitet wird.
Jean Baudrillard hat zwar kein einziges Buch über Mode geschrieben, dennoch sind in seinen Texten immer wieder Stellen, Hinweise, Abschnitte auffindbar, die für die Formulierung seines modetheoretischen Ansatzes dienlich sind. Volker Wackerfuß spürte diese für soziologie heute auf.
Die Frage nach Analphabetismus und Grundbildung ist gesellschaftlich relevant, aber die „betroffenen“ Menschen sind nicht sichtbar. Reinhild Hugenroth und Gerhild Ganglbauer versuchen, dem Thema Analphabetismus im Europa des 21. Jahrhunderts auf die Spur zu kommen.
Darüber hinaus erwarten Sie zahlreiche weitere interessante Beiträge aus dem Feld der Soziologie und ihren Nachbardisziplinen.
Die Redaktion wünscht Ihnen allen ruhige und besinnliche Weihnachtsfeiertage und vor allem fesselnde Lesestunden.
Bitte empfehlen Sie uns weiter.

www.soziologie-heute.at